Haftungsausschluss Impressum

Die Kinderlüge

Aktuell
--Altersvorsorge
----Rentenversicherung
----Krankenversicherung
----Bevormunder
----Direktversicherung
----Eigenverantwortung
----Generationenvertrag
----Gold-Variante
----Jung
----Kinderlüge
----Lügenmodell
----PKV
----Umverteiler
----Vorsorgeexperten

Die Kinderlüge

Die Rente wird durch sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zu vernünftigen Löhne finanziert, nicht durch mehr Kinder. Wenn von 3 Kindern später nur ein Kind einen vernünftig bezahlten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz ergattert und nicht nur seine Eltern, sondern auch seine beiden Geschwister mitversorgen muß, sind wir bei der indischen Methode der Altersvorsorge, und die ist katastrophal. Bestimmend für die Einnahmeseite der gesetzlichen Rentenversicherung sind allein


1. die Höhe der gezahlten Löhne
2. die Zahl der versicherungspflichtigen Arbeitsplätze
3. der Beitragssatz

Keiner dieser Faktoren hängt von der Kinderzahl ab. Die Rechnung "viele Kinder = viele gut bezahlte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Zukunft" ist noch nie aufgegangen. Wer die indische Methode zur Altersvorsorge propagiert, der geht auch am besten nach Indien. Das Erfolgsmodell sind wenige, dafür gut ausgebildete Kinder, wie zum Beispiel in China.

1. Höhe der gezahlten Löhne

Sinken die Löhne, sparen Arbeitgeber Beiträge zu Lasten der Sozialkassen und Steuern ein. Die Ausschlachtung der südlichen und östlichen Mitgliedsstaaten der EU durch Banken und Konzerne beschert den "konkurrenzfähigen" Industrienationen ein Reservoir billigster Arbeitskräfte. Konkret am Beispiel der Lohnsklaven in der Fleischindustrie: Vor langer, langer Zeit haben einheimische Metzgermeister und ihre Gesellen Schweine zerlegt. Dann wurden den Meistern die Gesellen zu teuer und diese wurden durch ungelernte Arbeitskräfte ersetzt. Dann ging man nach Ostdeutschland. Als die Ostdeutschen zu teuer wurden, wurden sie durch Polen und Tschechen ersetzt. Aber auch die wurden zu teuer und durch Bulgaren oder Rumänen ersetzt. Und, wurde die Wurst billiger? Wenn Lohnsklaven ihre Arbeitskraft in Deutschland zu billig verkaufen, dann ist das ein Problem für die Rentenversicherung, nicht Kindermangel: Denn die Rentenansprüche der Gesellen von gestern können nicht aus den Beiträgen der Niedrigstlöhner von heute bestritten werden. Zudem arbeiten diese Niedrigstlöhner als Bandarbeiter viel effizienter als der vormalige Geselle, der das Schwein noch komplett selbst zerlegt hat. Wenn die vorhandene Arbeit von immer weniger Menschen zu immer geringeren Löhnen erledigt wird, ist das Umlageprinzip der Rentenversicherung in Gefahr. Das funktioniert nur, wenn Beschäftigung und Löhne auf gleichem Niveau bleiben. Unsere supertolle Industrie vernichtet durch ihre Effizienz europaweit Arbeitsplätze, um dann durch die Einstellung von Arbeitsmigranten zu Niedrigstlöhnen nicht nur direkt an den Löhnen, sondern auch an Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern zu sparen und das Sozialsystem zu unterminieren. Nicht umsonst werden im Billiglohnland Ostdeutschland geringere Rentenansprüche erworben als in Westdeutschland. Wo weniger verdient wird, werden auch geringere Rentenbeiträge eingezahlt. Folglich sind auch die Renten kleiner. Mit der Zahl der Kinder hat das nichts zu tun. Im Gegenteil: Umso effizienter die Industrie arbeitet, also je weniger Menschen für gleiche Arbeit benötigt werden und je geringer gleichzeitig die Löhne sind, desto katastrophaler ist der Ruf nach mehr Kindern. Daß die Industrie von indischen Verhältnissen, also einem de facto unbegrenzten Reservoir billigster, dennoch zum Teil gut qualifizierter Arbeitskräfte träumt, ist klar. Aber wer außer den Industriebossen will das sonst noch? Kann man die, die geil auf Verhältnisse wie in Indien oder Bangladesch sind, nicht dorthin ausbürgern?

2. Zahl der versicherungspflichtigen Arbeitsplätze

Sinkt die Zahl der versicherungspflichtigen Arbeitsplätze, sinken die Einnahmen der Rentenkassen. Konkret am Beispiel von Fahrkartenautomaten: Bei der Deutschen Bundesbahn setzt man wie überall in der Industrie auf Automation. Wo gestern noch ein Fahrkartenverkäufer gearbeitet hat, steht heute ein Fahrkartenautomat. Und, sind die Fahrkarten billiger geworden? Wer erwirtschaftet durch seine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung heute die Rentenansprüche der Fahrkartenverkäufer von gestern? Die Mitarbeiter des Automatenherstellers? Hat der nicht auch eine hocheffiziente, durchautomatisierte Fertigung? Teile der Fertigung in den Kosovo oder nach Tschechien ausgelagert? Und als gnädiger Investor noch einen Doktortitel nachgeschmissen bekommen? Bei der explodierenden Arbeitslosigkeit in Europa Anreize für mehr Kinder zu setzen, und diese Anreize auch noch durch eine längere Lebensarbeitszeit zu finanzieren, ist abartig. Wo sind denn in Zukunft die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze mit einem Lohnniveau, das Rente und Gesundheit absichern kann?

3. Der Beitragssatz

Im Gegensatz zum Beitragssatz zur Krankenversicherung wurde der Beitragssatz zur Rentenversicherung in den letzten Jahren mehrfach gesenkt. Allerdings nicht in dem Maße, wie es geboten wäre. Denn die Umverteiler aus dem Selbstbedienungsladen erlegen dem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten viel lieber neue Lasten auf wie die Rente mit 67 oder die Mütterrente und beschenken dabei gleichzeitig die sozial schwächsten: Also Ärzte, Notare, Rechtsanwälte, Beamte, Bundestagsabgeordnete ...

Der sogenannte "Arbeitskräftemangel"

Polit-Funktionäre, die bei ca. 3 Millionen offiziellen Arbeitslosen und selbst gut qualifizierten Arbeitnehmern in Minijobs mehr Kinder als Zukunftsvorsorge propagieren, sind eine Fehlbesetzung und gehen am besten nach Indien oder Bangladesch. Dort toben sich die aus, denen hier die Arbeitskräfte "fehlen". Es gab mal eine Zeit, in der herrschte wirklich Arbeitskräftemangel. Zu der Zeit gab es fast keine Arbeitslosigkeit. Zu der Zeit hat sich die Industrie die fehlenden Arbeitskräfte aus Italien, Griechenland, der Türkei, ... geholt. In der Vergangenheit gab es zum Beispiel in der Türkei Selektionsstationen, um Hunderttausende Human Resources nach rein medizinischen Kriterien für die Arbeit in Deutschland auszuwählen. Den Stellenwert, den Funktionäre in Sonntagsreden angeblich Europa, der abendländischen Kultur oder dem Christentum (je dunkler die Gesinnung) beimessen, wurde schon damals als blödsinniges Geschwätz entlarvt. Die Industrie, speziell in der Rekordexportnation Deutschland, juckt bei der Schaffung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätzen die Demographie überhaupt nicht. Weder ein zuviel, noch ein zu wenig an Kindern. Die Industrie gewährt sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze nur dann, wenn die Auftragsbücher entsprechend voll sind. Umgekehrt läßt sich die Industrie ihre Profite nicht durch einen Mangel an Arbeitskräften beschneiden. Allein der Profit zählt.

Die Abwracker der Zukunft unserer Kinder

Wachstum hieß früher höhere Löhne, resultierend höhere Renten, kürzere Arbeitszeiten, kurzum mehr Wohlstand. Mittlerweile ist das Wirtschaftssystem derart verkommen, daß das Wachstum von Arbeitnehmern und Rentnern durch weniger Wohlstand bezahlt wird. Das ist krankes Wachstum, denn die Marionetten des Bundestages (MdB) denken nur an sich und ihre Freunde. Ihre Puppetmaster sind Meister darin, Lasten in die Zukunft zu verlagern. Deshalb die Kinderpropaganda. Wer Wachstum, wenn überhaupt, dann nur noch durch mehr Arbeit für weniger Geld realisieren kann, der braucht in Zukunft noch mehr Arbeit für noch weniger Geld. Wer so ein Pyramidensytem mit mehr Kindern füttern will, bitte sehr. Viel Spaß, wenn es knallt!

Ob gelb, ob grün, ob rot, ob braun, stets die Bürger in die Röhre schaun!

Stand: 10.11.14